Im Gegensatz zu Kommunikation lässt sich Wahrnehmung nicht verneinen. Kommunikation spricht über die Welt, über Wahrnehmung, indem sie Wahrnehmungserfahrungen etwa verschriftlicht, versprachlicht, und so in eine potentielle Absenz zwingt, in eine anwesende Abwesenheit, Wahrnehmung dagegen ist die Welt: präsentisch evident, unverneinbar gegenwärtig.

Man sieht, was man sieht, auch wenn man seinen Augen nicht traut. Man kann zwar sagen, dass einem nicht gefällt, wie der Freedom Tower aussieht – aber erst, nachdem man ihn gesehen hat. Wahrnehmung referiert, ohne zu bezeichnen: sie ist positiv. Will man eine solche kompakte Positivität, eine solche präsentische Evidenz, eine solche unaustauschbare Gegenwart zum Sprechen bringen, in die Kommunikation integrieren, Wahrnehmung kommunizieren,  muss die Wahrnehmung ‘nein’ sagen können zu dem, was man nicht verneinen kann, weil man immer schon ‘ja’ dazu gesagt hat.

Wie gelingt es der Kommunikation, dieses “Defizit” (Luhmann) der Wahrnehmung zu kompensieren? Indem sie die Positivität mit Negationspotential ausstattet, die unkonventionelle Präsenz konventionalisiert. Indem sie Sinn sinnlich erfahrbar macht.

Die unkonventionelle Präsenz (die je eigene Wahrnehmung) und die konventionelle Präsenz (Zeichen, Themen) fallen im Bauwerk in eins: in eine kompakte Kommunikation, die Wahrnehmung diskontinuiert und Kommunikation komprimiert.
Man kann mit einem Mal ‘nein’ sagen zum eigentlich nicht Verneinbaren, zur Wahrnehmung. Zu dem, was dieses Material, diese Formenwahl, dieses Gesims aus verzinktem Eisen „gibt“. Wahrnehmung wird in die Kommunikation eingeführt. Was hier geschieht, ist ein Statuswechsel, denn ein Gebäude teilt ursprünglich ja nichts mit. Genau darauf kommt es nun aber an: Was sagt das Gebäude? Und wie sagt es, was es sagt? Es fordert uns dazu auf, an ihm Information und Mitteilung zu unterscheiden. Es spricht uns an.