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System Pop (Berlin: Kadmos 2012)

System Pop ist ein Buch, das alles auf den Kopf stellt. Empathie und Empirie, Kunstanspruch und Ökonomie, Banalität und Kompliziertheit – und nicht zuletzt die Musik und die Art und Weise, Musik zu beschreiben … Musikbetrieb, Stars, Klangsignaturen, Bilderwelten, Songtexte, Hitparaden, Massenmedien und Fans bilden ein selbstreferenzielles, hochkomplexes soziales System aus Funktionen, Formen, Medien und Codes … Die Grundthese mutet dermassen sperrig an, dass sich mit der Zeit der genau gegenteilige Effekt einstellt: Heidingsfelders Systemtheorie des Pop ist allen Fussnoten-Gebirgen und Verstiegenheiten zum Trotz leichtgängiger Stoff, der anschaulich geschildert und vergnüglich zu lesen ist.” Julian Weber, NZZ

Der größte Vorzug der Arbeit ist es, die in erster Linie aus der Literatur geschöpften Tatsachen der ›operativen Realität‹ von Pop in einen globalen und transparenten Argumentationszusammenhang einzufügen, der produktive (auch kontroverse) Anschlussdiskussionen herausfordert. Die vielen treffsicher ausgewählten, wenn auch manchmal anekdotischen Beispiele sorgen für Anschaulichkeit trotz hohem Abstraktionsgrad. Von vergleichbaren Arbeiten hebt sich die Studie durch ihre Selbstverpflichtung auf ein striktes Theorieprogramm insgesamt positiv ab. Die klare Entscheidung für Songs und damit für den sozialen Reproduktionszusammenhang Popmusik … ist sinnvoll und praktikabel, weil sie einen in seiner Relevanz schwer zu bestreitenden Kernbereich von Pop abgrenzt, um den sich vielfältige kulturelle und soziale Zusammenhänge gruppieren. Indem von diesem Kern aus auch die aus Sicht der Theorie eher randständigen, mehr oder weniger ›abgeleiteten‹ Bereiche (vom Live-Erlebnis über die Subkulturen und die ›gepflegte Semantik‹ bis hin zu jener diffusen Sphäre des Populären) im gleichen begrifflichen Rahmen analysiert werden, gelingt der große Wurf einer kohärenten Gesamtschau weitgehend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der sich wissenschaftlich mit Popmusik oder einem angrenzenden Phänomen beschäftigt, das Buch aus der Hand legen wird, ohne hilfreiche Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen.”
Christoph Rauen, Pop – Kultur & Kritik

„System Pop zeigt einen nur konsequenten, endlich vorhandenen Mut, bestehende Theorien soziologischer, psychologischer oder medienkulturwissenschaftlicher Prägung auf Pop zu übertragen. Bei aller Treue zur Luhmann’schen Systemtheorie … verbindet Heidingsfelder abstrakte Mechanismen und Grundlagen immer wieder mit konkreten Beobachtungen aus dem Musikbusiness, etwa zu Stars, Live-Events, Subkulturen, Musikmedien etc. Die beiden vermeintlich so weit auseinander liegenden gesellschaftlichen Bereiche wie Pop und System(theorie) ›einfach‹ einmal zusammenzudenken, was eben gerade alles andere als einfach ist, ist nicht nur ein großes Verdienst dieser umfassenden Studie, sondern macht an vielen Stellen schon wieder Spaß, Vorkenntnisse vorausgesetzt. Hier verbirgt sich Komplexes hinter Komplexem.“ Christoph Jacke, testcard

“Ein überaus ambitioniertes Projekt. Markus Heidingsfelder versucht in System Pop nichts Geringeres, als das Unschärfephänomen Pop, dem bei der Beschreibung der modernen Gesellschaft kaum ausagewichen werden kann, theoretisch – und im wesentlichen: systemtheoretisch – zu rekonstruieren. Die Grundidee ist einfach und deswegen schlagend: Heidingsfelder begreift Pop als Sozialsystem. Durch diese Engführung durchkreuzt er geschickt die Evidenz des Augenscheins und alle lebensweltlichen Einschätzungen dessen, was üblicherweise als Pop beschrieben wird. Das Buch führt dabei deutlich vor Augen, dass der Autor nicht vom ‘grünen Tisch’ her argumentiert, sondern mit dem Bereich, über den er spricht, ungewöhnlich vertraut ist. Heidingsfelder operiert – trotz der Abstraktion der zentralen Figuren – als Insider der Domäne. Das Ergebnis ist ein erfahrungsgesättigtes und gleichwohl theoretisch tiefenscharf kontrolliertes Werk, dessen kreativer Umgang mit dem Gegenstand den Innovationsleistungen, die man gewöhnlich von wissenschaftlichen Arbeiten erwartet, vollauf gerecht wird.” Peter Fuchs, Institut für Allgemeine Theorie der Sinnsysteme

“Ein seltenes intellektuelles Vergnügen. Die exzellente Beherrschung des theoretischen Vokabulars zusammen mit dem erfrischenden Stil des Autors machen System Pop zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis. Das Buch lässt sich auf­grund seiner Theoretizität in vielfältiger Weise als Komplement zu bestehenden Forschungsan­sätzen lesen: als theoretisches Komplement insbesondere zu den materialorientierten Darstellungen, als systemtheoretisches Komplement zu den eher diskursanalytisch orientier­ten Darstellungen. Wenn die Funktion von Pop die Reflexionsunterbrechung ist, dann ist dieses Buch eines nicht: Pop oder poppig!”
Oliver Jahraus, Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Medien, LMU München

“Eine große Leistung, ein opus eximium – auch wenn ich die Grundthese für grundfalsch halte.” Armin Nassehi, Institut für Soziologie, LMU München

Debug-Interview

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Das Gehirn ist genauso doof wie die Milz (zusammen mit Peter Fuchs, Weilerswist: Velbrück 2005)

 


 

ARTICLES, BOOK CHAPTERS & SPEECHES


  • Nitty gritty oder: Fast etwas. Über die Bilder Christian Hellmichs (2013)

 

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